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Verleihung der Pfizer Forschungspreise 2007 durch die Universität Freiburg und Pfizer

30.11.2007
Pfizer
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Bereits zum 41. Mal würdigten die Universität Freiburg und der Arzneimittelhersteller Pfizer junge Freiburger Wissenschaftler für ihre hochkarätigen Dissertationen mit dem "Pfizer Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Freiburg". In diesem Jahr erhielten eine Nachwuchsforscherin und zwei Nachwuchsforscher aus den Fakultäten Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften, Forst- und Umweltwissenschaften und der Medizinischen Fakultät die mit je 2.500 Euro dotierte Auszeichnung. Der mit 8.000 Euro dotierte "Deutsche Pfizer Forschungspreis für Medizin", der in diesem Jahr zum dritten Mal vergeben wurde, geht an den 35-jährigen Privatdozenten Dr. Lars Siegfried Maier von der Georg-August-Universität Göttingen. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury seine bisherigen zukunftsweisenden und innovativen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Herzkreislauferkrankungen. Die Verleihung der Preise fand im Rahmen eines Festaktes in der Aula der Universität Freiburg statt.

"Einschließlich der heutigen Verleihung wurden bereits 242 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Freiburg als Preisträger ausgezeichnet – eine wahrhaft beeindruckende Zahl", erklärte der Rektor der Universität, Professor Dr. Wolfgang Jäger, bei der Verleihung der Preise vor rund 200 Gästen. Er betonte ihren hohen Stellenwert als Ausdruck eines dauerhaften und uneigennützigen Engagements zum Wohle der Wissenschaft und zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Aus Anlass der Aufnahme der Universität in den Kreis der besonders forschungsstarken Universitäten Deutschlands im Rahmen der Exzellenzinitiative im Oktober stellte der Rektor das Zukunftskonzept der Universität vor. Unter dem Titel "Windows of Research" sollen künftig neue Forschungsfreiräume geschaffen werden. Zentraler Gedanke ist die "Neue Universitas", die Natur- und Technikwissenschaften, Humanmedizin sowie Geistes- und Sozialwissenschaften mitein2 ander vernetzt. Ein wesentliches Element dabei ist die Gründung wissenschaftlicher Zentren, in denen sich mehrere Fachgebiete zu gemeinsamen Forschungsaktivitäten zusammenschließen. Ein weiteres ist die Gründung eines internationalen Forschungskollegs, das ausländischen und Spitzenforschern der Universität Freiburg die Möglichkeit gibt, für ein bis drei Jahre ausschließlich an einem Forschungsprojekt zu arbeiten. Die Etablierung von Forschernachwuchsgruppen in der Postdoc-Phase gehört ebenso zum Zukunftskonzept der Universität wie die bereits errichtete Internationale Graduiertenakademie. Die Universität Freiburg, so Rektor Jäger, "will ihre Fenster ganz weit öffnen für die Forschung, für den lebendigen Austausch der Ideen, für den gegenseitigen Austausch der besten Köpfe, für die Begegnung von Studierenden und Forschern und für alle, die neugierig auf Wissenschaft sind."

Dr. Andreas Penk, Vorsitzender der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, betonte in seiner Rede, dass der medizinisch-therapeutische Fortschritt von der Kooperation und dem Austausch der Grundlagenwissenschaft und der anwendungsorientierten Forschung lebe. "Aus diesem Grund arbeitet Pfizer auch eng mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zusammen." Die Auszeichnung zur Exzellenzuniversität bestätige Pfizer in dieser Entscheidung "und erfüllt uns genau wie Sie mit Stolz und Freude. Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser herausragenden Auszeichnung", sagte Penk in Richtung aller Vertreter der Universität Freiburg.

Auch Dr. Michael Warmbold, Vice President Medical von Pfizer Deutschland, gratulierte in seiner Würdigung der Arbeiten aller Preisträger der Universität Freiburg zu dem Erfolg in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder: "Eine tolle Auszeichnung, mit der die wissenschaftliche Spitzenposition der Universität Freiburg in Deutschland bestätigt wird."

Deutscher Pfizer Forschungspreis für Medizin der Universität Freiburg

Der Deutsche Pfizer Forschungspreis 2007 wird verliehen an den 35-jährigen Privatdozenten Dr. Lars Siegfried Maier, der sich mit 32 Jahren als einer der jüngsten Mediziner in Deutschland habilitierte. Derzeit arbeitet Lars Maier als Kardiologe im Herzzentrum der Universität Göttingen und leitet eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtete Emmy Noether-Nachwuchsforschergruppe. Seine Forschungsarbeiten gelten der Herzmuskelschwäche.

Zur Herzinsuffizienz kommt es, wenn der Herzmuskel so geschwächt ist, dass seine Kraft nicht mehr ausreicht, um die vom Körper benötigte Blutmenge zu befördern. Die Herzinsuffizienz ist zumeist die Folge einer koronaren Herzkrankheit oder eines chronisch hohen Blutdrucks. Die meisten Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche sterben am plötzlichen Herztod infolge von Herzrhythmusstörungen. Lars Maier hat sich mit der Frage befasst, warum das Herz plötzlich aus dem Takt gerät, stolpert und aufhört zu schlagen. Seine Forschungen haben ergeben, dass in den kranken Herzmuskelzellen ein wichtiges Enzym (CaMKII) in zu großer Menge entsteht und wichtige Funktionen stört. An dieser Stelle können neue Wirkstoffe gezielt ansetzen. Das Resultat könnte ein Medikament gegen die bislang medikamentös nicht behandelbare tödliche Schwäche des Herzens sein.

Pfizer Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Freiburg

Im Kosmos des Allerkleinsten bewegte sich Dr. Nico Bruns vom Institut für Makromolekulare Chemie während seiner Doktorarbeit. Ihm ist es gelungen, einen Reaktor im Nano- Maßstab zu schaffen, der mit den unterschiedlichsten Enzymen und Substraten befüllt werden kann und so stets ideale Reaktionsumgebungen für die Biokatalysatoren bietet. Solche maßgeschneiderten biokatalytischen Materialien versprechen interessante Anwendungen – beispielsweise, um Medikamente herzustellen.

Dr. Michael Dannenmann von der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Universität Freiburg hat sich in seiner Dissertation die Frage gestellt, ob das Klima von der Waldwirtschaft beeinflusst wird. Während seiner Untersuchungen auf der Schwäbischen Alb stellte sich heraus, dass Kohlendioxid und Lachgas, zwei sehr stark wirksame Treibhausgase, nach dem Fällen großer Baumbestände in erheblicher Menge aus dem Boden freigesetzt werden. Gleichzeitig konnte er mit der Anpassung der Einschlagsintensität an das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis im Boden einen praktikablen Weg für eine nachhaltige, klima- und grundwasserschonende Waldbewirtschaftung aufzeigen.

Dr. Melanie Wissmann von der Medizinischen Fakultät hat epigenetische Veränderungen in Krebszellen aufgezeigt, durch deren Fehlregulation es zu einem unkontrollierten Wachstum von Prostatakarzinomen kommen kann. Ihr ist es gelungen, fehlregulierte Moleküle dingfest zu machen, die als "Targets", als Zielmoleküle, für neue Medikamente gegen den Prostatakrebs dienen können.

In seiner Festrede zum Thema "Bakterien – intelligenter als der Mensch" gab Prof. Dr. Franz Daschner, ehemaliger Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Universität Freiburg, einen spannenden Einblick in die Welt der Bakterien. "Bakterien sind die ältesten Lebewesen der Welt und sind sowohl unsere Freunde als auch unsere Feinde", erläuterte Daschner. So können Bakterien toxische Substanzen im Abwasser zerstören oder die Haut vor Infektionen schützen. Sie können aber auch zu einem gefährlichen Erreger werden, wie etwa der häufige Keim der normalen Hautflora Staphylococcos epidermitis. Gerät er – etwa im Rahmen einer Intensivmedizin – in die Blutbahn, wandelt er sich zu einem Fremdkörperkeim, der sich auf künstlichen Herzklappen oder Venenkathetern festsetzt und dort für die körpereigene Abwehr unangreifbar ist. Diese Intelligenz macht Bakterien immer mehr zu einer Bedrohung für die Gesundheit der Patienten mit weitreichenden Folgen. In den letzten 70 Jahren konnte beispielsweise kein einziges Antibiotikum zugelassen werden, gegen das Bakterien nicht innerhalb von sechs bis zwölf Monaten resistente Stämme entwickelt haben. Eine Alternative im Kampf gegen die Antibiotika-Resistenz- Entwicklung sind verschiedene pflanzliche Medikamente. "Die Suche nach pflanzlichen Medikamenten mit antibakterieller Wirkung sollte daher ein Schwerpunkt künftiger Forschungen werden", regte Daschner an.

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