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Berliner Kinderlungenfacharzt erhält Klosterfrau Forschungspreis 2007

29.03.2007
Klosterfrau
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Kortison und Asthma: Neue Forschungsergebnisse stellen bisherige Behandlungsmethode in Frage.

Milliardenfach fliegen sie durch die Luft und mit jedem Atemzug gelangen sie in den Körper: Winzige Allergene, die unsere Abwehr immer wieder auf eine harte Probe stellen. Normalerweise kann unser Immunsystem mit Hilfe von weißen Blutkörperchen (T-Lymphozyten) fremde Stoffe als potentielle Feinde erkennen und bekämpfen. Bei Menschen, die unter Asthma leiden, ist der Körper mit der Immunantwort überfordert.

Der Kinderlungenfacharzt Dr. Philippe Stock von der Berliner Charité untersuchte die Funktion und Wirkung von T-Lymphozyten. Er konnte zeigen, welche Rolle sie bei der Entstehung und Entwicklung von allergischem Asthma spielen. Er fand auch heraus, welche fatale Wirkung die langfristige Einnahme von Kortison haben kann. Für seine Arbeit wurde der Wissenschaftler nun mit dem Klosterfrau Forschungspreis ausgezeichnet.

T-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Seit Mitte der 1990er sind spezielle T-Lymphozyten, die T-Regulatorzellen, bekannt. In den vergangenen zehn Jahren waren die Forscher vor allem um den Nachweis dieser Zellen bemüht. Stock geht es in seinen Arbeiten aber darum, die Funktion und Wirkung zu untersuchen. Er entwickelte ein Verfahren, mit dem man weiße Blutkörperchen sowohl im Reagenzglas als auch im Versuchstier vermehren kann. Im Rahmen zahlreicher Experimente fand Stock heraus, dass die T-Regulatorzellen vor einer Überreaktion der Atemwege schützen. Cytotoxische und Killer-T-Zellen, die er ebenfalls untersuchte, regulieren die Immunantwort und die Entwicklung von Asthma.

Der Forscher stellt außerdem die bisherige Behandlung mit kortisonhaltigen Medikamenten in Frage. Vor zwanzig Jahren noch als Wundermittel gegen Asthma gefeiert, wird Kortison heute zunehmend vorsichtiger und in geringeren Mengen eingesetzt. Für Mediziner ist es aber immer noch das Mittel der Wahl, vor allem, um akute Entzündungssymptome zu behandeln. Stocks Ergebnisse weisen nun darauf hin, dass Kortison, wenn es lange Zeit eingenommen wird, den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst, da es die T-Regulatorzellen in ihrer Entwicklung und Funktionsweise hemmt.

Die Ergebnisse zeigen, dass man sich in Zukunft vor allem auf die Prävention und langfristige Therapie von Asthma konzentrieren muss. Die Bekämpfung der Symptome verschafft zwar eine kurzfristige Besserung, ist aber nur ein Pyrrhussieg, so das Fazit des Preisträgers. Der mit 30.000 € dotierte Klosterfrau Forschungspreis wird jährlich für besonders bedeutende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des kindlichen Asthmas vergeben.

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