 |  | PORTRAIT |  |  |  | MELDUNGEN |  |  |  | KONTAKT |  |  | | +++ größtes Krankenhaus der Landeshauptstadt Dresden +++ 1.300 Betten, 95 Tagesplätze +++ 700 Ärzte, 1.600 Schwestern und Pfleger +++ 53.000 stationäre und 130.000 ambulante Patienten in 2005 +++ 21 Kliniken, 4 Institute +++ Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde +++ |  |  |  Neue Station erweitert Versorgung unheilbar kranker Patienten
 10.01.2008
Klinikum etabliert erste universitäre palliativmedizinische Einrichtung in Sachsen / Neue Impulse für Arztausbildung.
Mit einer Vortragsveranstaltung eröffnet das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus am Donnerstag (10. Januar) offiziell seine Palliativstation. Die 10-Betten-Station ist die erste universitäre Einrichtung dieser Art in Sachsen. Die hier behandelten Patienten leiden an schwersten unheilbaren Krankheiten und werden je nach körperlicher Verfassung auf die weitere Pflege zu Hause, in Heimen vorbereitet oder im Falle des unausweichlichen Sterbens ganzheitlich begleitet. Neben der umfassenden ärztlichen, pflegerischen und psychoonkologischen Versorgung der Patienten erweitert das Uniklinikum durch diese gemeinsam mit der Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der TU Dresden mbH – GWT – betriebenen Station die Ausbildungsmöglichkeiten unter anderem für Medizinstudenten. Auch unterstützt das Klinikum den neuen Master-Studiengang „Palliative Care“ der Dresden International University, in dem es sich an der wissenschaftlichen Leitung beteiligt sowie Dozenten stellt.
Der Bedarf einer qualifizierten Betreuung unheilbar kranker Menschen ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Diese Patienten bedürfen einer speziellen Behandlung, die ihnen in ihrem letzten Lebensabschnitt eine höchstmögliche Lebensqualität sichert. Um den daraus erwachsenen Ansprüchen gerecht zu werden, sind zusätzliche Angebote ebenso notwendig wie ein sich weiter entwickelndes Know-how in der medizinischen und pflegerischen Arbeit. „Die Sächsische Staatsregierung setzt auf eine mitfühlende und qualitativ hochwertige Begleitung in der letzten Lebensphase, auf gute palliativpflegerische Betreuung und auf eine effektive Palliativmedizin, die ein würdiges und schmerzfreies Leben bis zuletzt ermöglichen“, betonte Staatssekretär Dr. Albert Hauser in Vertretung von Sozialministerin Helma Orosz anlässlich der Eröffnung der neuen Station.
Im Mittelpunkt der Betreuung unheilbar kranker Patienten steht eine sie „ummantelnde“ (lateinisch: „palliative“) Therapie und Pflege. Sie versuchen, den Kranken physisch und psychisch zu stabilisieren und die Krankheitssymptome, so weit dies möglich ist, zurückdrängen. Neben einem auf Palliativmedizin spezialisierten Team aus Ärzten und Pflegekräften das die maximal zehn Patienten betreut, werden bei Bedarf auch Physio-, Ergo- und Musiktherapeuten hinzugezogen. Eine wichtige Rolle spielt die Mitbetreuung beispielsweise durch eine Psychoonkologin, die bei Bedarf nicht nur den Patienten, sondern auch deren Angehörigen zur Seite steht. Mitarbeiter des Sozialdienstes unterstützen Patienten und Familien in der Organisation der weiteren Versorgung zu Hause. Für die unmittelbare Umgebung und das Stadtgebiet Dresden ist das Brückenteam des St-Joseph-Stiftes ein wichtiger Kooperationspartner bei der weiteren ambulanten Betreuung der Schwerstkranken.
Die Mehrzahl der palliativmedizinisch betreuten Patienten leidet an Krebserkrankungen, bei denen keine Aussichten auf Heilung bestehen. Um ihnen eine größtmögliche Lebensqualität zu erhalten, werden sie medizinisch und pflegerisch so versorgt, dass sie nicht unnötig unter Schmerzen oder anderen Symptomen leiden, die direkt oder indirekt aus der Erkrankung resultieren. Dies können unter anderem Atemprobleme oder Störungen des Verdauungsapparates sein. Je nach Art des Leidens können beispielsweise Ergo- oder Physiotherapeuten die Patienten dazu befähigen, wieder ins gewohnte Umfeld zurückzukehren und dort ambulant weiter betreut zu werden. Wenn medizinische Probleme im Vordergrund stehen und eine pflegerische Versorgung zu Hause unmöglich machen oder wenn die Krankheit rasch fortschreitet, kann die Palliativstation auch der Ort des Sterbens sein. Auch auf diese Situationen sind die Mitarbeiter vorbereitet.
Obgleich es in Dresden bereits stationäre und ambulante Betreuungsangebote gibt – das St.-Joseph-Stift übernahm hier die Vorreiterrolle – sind sich alle Beteiligten über einen Ausbau und die weitere Qualifizierung des Angebots einig. Deshalb arbeitet das Klinikum eng mit diesem Krankenhaus zusammen. Die jetzt eröffnete Station ist jedoch nur ein erster Schritt, ein gemeinsames Netzwerk zur besseren palliativmedizinischen Versorgung in der Region in und um Dresden zu etablieren. Auch im ambulanten Sektor streben Universitätsklinikum und St.-Joseph-Stift eine enge Zusammenarbeit im Rahmen eines Brückenpflegekonzeptes an. Flankiert werden diese Initiativen durch den zeitgleich an der Dresden International University eröffneten berufsbegleitenden Masterstudiengang „Palliative Care“. Dieser Aufbaustudiengang führt sowohl auf Seiten der Studierenden als auch der Dozenten Menschen zusammen, die sich für eine bessere Versorgung unheilbar kranker Patienten engagieren. Darüber hinaus wird das Universitätsklinikum gemeinsam mit Partnern weitere Fort und Weiterbildungsangebote für alle in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen initiieren.
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