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Kapseln schmuggeln Auslöser von Heuschnupfen in den Körper

17.01.2008

Patienten, die ab dem Frühsommer von Gräserpollen-Allergien betroffen sind, können auf eine noch unkomplizierte Therapie hoffen: Die Allergieabteilung der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus beteiligt sich an einer Studie zur Erprobung einer neuen Form der Hyposensibilisierung. Statt regelmäßig Spritzen vom Arzt zu bekommen oder das Medikament langsam über die Mundschleimhaut einzunehmen, soll es künftig ausreichen, einmal täglich eine Kapsel zu schlucken, die den Wirkstoff erst im Darm freigibt.

So unterschiedlich die Einnahme des Medikaments ist, das Ziel bleibt dasselbe: Um das lästige Leiden zurückzudrängen, sollen sich Heuschnupfenpatienten nach und nach an die in der Natur vorkommenden Allergene gewöhnen. Dazu erhalten sie die Allergie auslösenden Substanzen in kleinen, langsam gesteigerten Mengen. Nachteil der bisherigen Medikamentenformen: Nicht jeder Patient verträgt Spritzen oder die von der Mundschleimhaut aufgenommenen Tropfen und Tabletten. Nebenwirkungen sind unter anderem Rötungen und Schwellungen. Deshalb entwickelten Pharmazeuten eine neue Darreichungsform. Mit einer Kapsel, die sich erst im Darm auflöst, könnte nun der Durchbruch geschafft sein. Um die Wirksamkeit wissenschaftlich zu beweisen, startete eine internationale Studie, an der sich auch die HNO-Ärzte des Uniklinikums beteiligen.

„Die den Heuschnupfen auslösenden Substanzen sind sehr empfindlich. Sie werden im Magen zerstört, bevor sie von dort in den Blutkreislauf gelangen können“, erklärt Dr. Bettina Hauswald das Problem, warum die Hyposensibilisierung nicht einfach über das Schlucken von Tabletten erfolgen kann. Die Leiterin der Allergieabteilung der HNO-Klinik des Uniklinikums konnte den Patienten bisher lediglich mit Spritzen und seit etwa fünf Jahren auch mit Tropfen oder den sich unter der Zunge auflösenden Pillen helfen.

Für die Studie werden noch bis Anfang Februar Patienten gesucht, die

* zwischen 18 und 65 Jahre alt sind
* vorwiegend im Juni und Juli allergisch auf Gräserpollen reagieren und unter so genanntem Heuschnupfen leiden
* nicht unter schwerem Asthma oder einer schweren Herzerkrankung leiden
* nicht schwanger sind
* einen geregelten Schlafrhythmus haben und nicht nachts arbeiten müssen
* sich in den letzten drei Jahren keiner Hyposensibilisierung gegen Gräserpollenallergie unterzogen haben.

Teilnehmer der Studie werden vorher genau untersucht und müssen sich in dem halben Jahr der Studie insgesamt zwölf Mal in der Allergieabteilung vorstellen. Neben der Einnahme des neuen Medikaments sind die Probanden verpflichtet, täglich ein elektronisches Tagebuch zu den Symptomen ihrer Allergie zu führen. Durch ein modernes, den Patienten zur Verfügung gestelltes Eingabegerät bedeutet dies jedoch keinen großen Aufwand.

Zur Webseite von Universitätsklinikum Carl Gustav Carus...


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