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E-Learning-Programm trainiert optimale Handhygiene

13.12.2007

Das Anliegen der am Dienstag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt offiziell gestarteten „Aktion saubere Hände“ erfüllt das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus bereits seit längerem mit Leben. Dazu gehört unter anderem ein vom Hygieneexperten des Klinikums entwickeltes, computerbasiertes Lernprogramm oder verbesserte Rahmenbedingungen in Form von 500 zusätzlich angebrachten Spendern für Händedesinfektionsmittel. Auch der Einsatz besonders hautverträglicher Substanzen soll die Akzeptanz einer optimalen Handhygiene weiter erhöhen.

Der bestmögliche Schutz der Patienten vor Infektionen ist ein Anliegen, das das Klinikum seit mehreren Jahren vorantreibt. Mit der Leiterin des Zentralbereichs Qualitätsmanagement, Dr. Maria Eberlein-Gonska, beteiligte sich am Dienstag eine leitende Klinikumsmitarbeiterin an der Präsentation der bundesweiten „Aktion saubere Hände“ und beantwortete neben Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Fragen der Journalisten. Dr. Eberlein-Gonska, zugleich Vorsitzende der „Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung“, liegt das Thema auch deshalb am Herzen, weil es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Handhygiene und der Ergebnisqualität von Krankenhausbehandlungen gibt. Denn eine überhaupt nicht oder unzureichend desinfizierte Hand eines Mitarbeiters ist eine wesentliche Ursache dafür, dass sich Patienten im Krankenhaus infizieren.

„Eine bessere Händedesinfektion ist die wirksamste Maßnahme, die Zahl dieser KrankenhausInfektionen zu senken“, sagt PD Dr. Lutz Jatzwauk. Der Spezialist für Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums nennt mehrere Gründe, warum in dieser Frage nahezu alle deutschen Krankenhäuser Handlungsbedarf haben: So unterschätzen Mitarbeiter das von den Händen ausgehende Infektionsrisiko. Auch wüssten viele nicht genau, in welchen Situationen es notwendig ist, ihre Hände zu desinfizieren. Auch die optimale Technik der Händedesinfektion wird nicht von allen angewandt. Einige Krankenhausmitarbeiter üben in dieser Frage auch deshalb Zurückhaltung, weil sich die täglich mehrmals anzuwendenden Substanzen auf besonders empfindliche Haut negativ auswirken können.

Damit sich das mehrminütige Desinfizieren der Hände optimal in den Arbeitsalltag integrieren lässt, installierte das Klinikum allein im Jahr 2007 etwa 500 zusätzliche Spender für Händedesinfektionsmittel in unmittelbarer Nähe der Patientenbetten und erfüllt damit bereits eine der Forderungen der jetzt gestarteten Aktion. Denn: „Kurze Wege zum Spender fördern die Bereitschaft zur Händedesinfektion“, kommentiert PD Dr. Jatzwauk. Möglichen Hautproblemen begegnet das Uniklinikum, in dem es zusätzlich zu den bereits zur Verfügung stehenden Händedesinfektionsmitteln ein weiteres, hautverträglicheres Präparat einsetzt, das weder Farbstoffe noch Parfüm enthält. Diese Maßnahmen sind Teil eines Programms zur Optimierung der Händedesinfektion, das das Universitätsklinikum bereits 2006 gestartet hat. Ergänzt wird dies ab kommendem Jahr mit weiteren Aktivitäten, die im Rahmen der „Aktion saubere Hände“ im Klinikum stattfinden werden.

Einen weiteren Ansatzpunkt für eine optimale Händedesinfektion sehen Hygieneexperten wie PD Dr. Jatzwauk darin, Wissenslücken beim deutschen Krankenhauspersonal zu schließen. Deshalb entwickelte der Krankenhaushygieniker des Uniklinikums gemeinsam mit einer Unternehmensberatung ein interaktives Lernprogramm, mit dem die Mitarbeiter ihre Kenntnisse der Händedesinfektion überprüfen können. Das Programm ist so konzipiert, dass die Teilnehmer durch das Wechselspiel von Fragen und Antworten zu Diskussionen animiert werden.

Hintergrundinformationen zur „Aktion saubere Hände“

Die Händedesinfektion ist eine der ältesten und wirksamsten Maßnahmen zum Infektionsschutz von Patienten und medizinischem Personal. Bereits der Arzt Ignaz Semmelweiss konnte 1847 die Müttersterblichkeit in seiner Klinik durch Einführung der Händedesinfektion von über zwölf auf drei Prozent reduzieren. Auch heute noch sind sich Experten darüber einig, dass dies die wichtigste Maßnahme ist, um das Übertragen von Krankheitserregern zu vermeiden. Die davon ausgelösten Krankenhausinfektionen haben eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Im Durchschnitt sind etwa drei bis fünf Prozent der stationär betreuten Patienten betroffen. Diese Infektionen können längere Liegezeiten im Krankenhaus und darüber hinaus erhebliche Zusatzkosten verursachen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Schirmherrin der „Aktion saubere Hände“ erklärt dazu: „Der beste Schutz vor Krankenhausinfektionen ist so einfach wie effizient: Hände desinfizieren! So wird verhindert, dass die Erreger von Patient zu Patient wandern. Wir haben in Deutschland eine hervorragende Gesundheitsversorgung: Hochleistungsmedizin, exzellent ausgebildetes Personal, innovative Arzneimittel. Es darf einfach nicht passieren, dass eine Behandlung vielleicht daran scheitert, dass eine Händedesinfektion unterlassen wurde.“
Von den rund 500.000 Krankenhausinfektionen wie Wundinfektionen nach Operationen oder Lungenentzündungen bei beatmeten Patienten sind nach Expertenschätzung 100.000 bis 150.000 vermeidbar. Sie belasteten die Gesundheit der Patienten zusätzlich und verlängerten ihren Klinikaufenthalt im Schnitt um vier Tage.

Zur Webseite von Universitätsklinikum Carl Gustav Carus...


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