Die "Charité" ist mit 15.000 Mitarbeitern das größte Universitätsklinikum Europas und nach der Deutschen Bahn Berlins zweitgrößter Arbeitgeber. Es umfasst 3.500 Betten und behandelt jährlich etwa 1,15 Mio. Patienten, 125.000 stationär und 900.000 ambulant. Es umfasst 128 Kliniken und Institute.
Die Geschichte des Krankenhauses "Charité" beginnt im Mai 1710, als mit dem Bau eines Quarantäne-Hauses zur Bekämpfung der Pest auf Anordnung König Friedrichs I. außerhalb der Stadtmauern Berlin begonnen wurde. Es entstand ein zweigeschössiges quadratisches Gebäude mit großem Innenhof. Nach der Epidemie diente es als Hospiz für alte Alte, Bettler, "unehelich Schwangere" und Prostituierte. Ein Trakt wurde für chirurgische Studien genutzt. 1727 erhielt das Krankenhaus Friedrich Wilhelm I. den Namen "Charité". Der Name sollte auf die Tugend der Barmherzigkeit hinweisen, da die Behandlung kostenlos war. Später diente es als Garnisons- und Bürgerlazarett und zur Ausbildung von Ärzten im Militärdienst.
Danach wurde das Krankenhaus an das Collegium medico-chirurgicum angegliedert, um eine Lehrstätte für Ärzte und Wundärzte zu schaffen. 1810 wurde die Berliner Universität gegründet, die zunächst unabhängig blieb, folgend aber mit der die Charité zusammengelegt wurde.
Die Charité brachte in der Folgezeit viele renommierte Ärzte und Wissenschaftler hervor, wie z.B. Robert Koch oder die Nobelpreisträger Werner Forßmann und Albrecht Kossel. Hohes Ansehen bekam die Charité in den Jahren zwischen 1870 und 1933, als Robert Koch die Erreger von Milzbrand, Tuberkulose und Cholera entdeckte.
Mit der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg, fiel die Charité in den Ost-Teil der Stadt und wurde in der DDR das führende Krankenhaus der Hauptstadt. Im West-Teil wurde das städtische Krankenhaus Westend in Charlottenburg zur Universitätsklinik um- und ausgebaut. Zusätzlich wurde das Universitätsklinikum Steglitz gebaut, beide Kliniken gehörten zur Freien Universität Berlin.
1986 wurde auf Beschluss des Berliner Senats die Hochschulmedizin von Charlottenburg nach Wedding in das Städtische Rudolf-Virchow-Krankenhaus verlagert.Nach der Wiedervereinigung wurde die Hochschul- und Krankenhauslandschaft neustrukturiert: 1995 wurde das Universitätsklinikum Rudolf-Virchow von der Freien Universität Berlin ausgegliedert und in die Humboldt-Universität zu Berlin eingebunden, 1997 beide zu einer gemeinsamen medizinischen Fakultät verschmolzen und ab 1998 bildeten sie die Charité (Universitätsklinikum Charité der Humboldt-Universität Berlin).
2003 wurde auf Grund der angespannten finanziellen Lage Berlins erneut umstrukturiert und die Charité mit der medizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin fusioniert. Heute ist die Charité durch die Fusion die größte Universitätsklinik Europas mit 15.000 Mitarbeitern, 8.000 Studenten, 3.500 Betten und 1,8 Milliarden Euro Jahresumsatz (Stand: 2003). Die Charité wird der Kategorie der Krankenhäuser mit Maximalversorgung zugeordnet. |